Angefangen hat es mit Kraftwerk, meiner eigenen Krafttrainings-App. Die hatte ich mit Codex entworfen. Danach fiel mir auf, dass meine alte WordPress-Seite in meinem AWS-Account nicht mehr lief. Die Domain berndkuhlen.de hatte ich schon lange. Also: Warum nicht versuchen, auch die Website mit Codex neu aufzuziehen?
Meine erste Frage war ziemlich praktisch: Welche Architektur ist dafür günstig? Codex schlug S3 mit CloudFront vor. Für meine persönliche Seite nahm ich diesen Weg, statt Container mit ECS und einem Load Balancer zu betreiben.
Die alte Seite noch einmal anschalten
Ich startete die alte EC2-Instanz mit WordPress unter berndkuhlen.de noch einmal – nur, um die Inhalte auszulesen. Parallel entstand die neue Seite vorübergehend unter new.berndkuhlen.de.
Erst nachdem ich geprüft hatte, dass meine Artikel übernommen waren, legte ich die alte EC2-Instanz, das WordPress-Abonnement und den Load Balancer still. Anschließend zog die neue S3-/CloudFront-Seite auf berndkuhlen.de um; dazu kam ein neues Zertifikat über AWS Certificate Manager. Meine Schulungen und Zertifizierungen wurden aus meinem LinkedIn-Account übernommen.
Die technische Migrationsgeschichte habe ich bereits in einem längeren Artikel beschrieben. Hier geht es mir eher darum, wie sich das Ganze im Alltag entwickelt hat.
Danach kam ein Wunsch nach dem anderen: Besucherzahlen anzeigen. Kraftwerk einbauen und meine Trainingsfortschritte teilen – bye bye, Running-App … ;) Die Spiele integrieren, die ich schon mit Codex gebaut hatte. Neue Artikel schreiben und die Inhalte in weitere Sprachen übersetzen.
Das alles über Prompts. Ich habe selbst keine einzige Zeile Code geschrieben. Aufwendig waren bislang vor allem Frontend-Bugs: etwas sah auf einem Gerät anders aus oder funktionierte in einem Browser nicht. Dann hieß es, die DevTools zu öffnen, Fehler zu suchen und die Ergebnisse an Codex zurückzugeben.
Auch das Kontingent bremst: Mit meinem OpenAI-Abo für rund 23 Dollar waren die Tokens oft schneller aufgebraucht als meine Ideen. Dann musste ich warten – oder zusätzlich Geld ausgeben.
Eine Lektion für 15 US-Dollar
Am Anfang hatte ich noch keine vernünftige Kostenkontrolle eingerichtet. Eine globale Invalidierung der CloudFront-URLs kostete mich dann rund 15 US-Dollar. Für diese kleine Website eine ziemlich ärgerliche Überraschung.
Inzwischen gehört vor jede Änderung eine Kostenprüfung. Cache-Invalidierungen sind für meine Projekte grundsätzlich verboten. Die Objekte dürfen ihre normale Cache-Laufzeit ausschöpfen; nicht jede Änderung muss sofort überall sichtbar sein.
Die Seite ist mittlerweile auch meine kleine Spielwiese: Easter Eggs, weitere Spiele und eine KI-gestützte Wetterseite. Ich kann einfach ausprobieren, was möglich ist.


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