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Warum ich beim Arbeiten gehe

Wie aus einem Laufband unter dem Schreibtisch eine neue Arbeitsroutine wurde – mit weniger Müdigkeit, mehr Bewegung und einer unerwarteten Veränderung.

Einmal pro Woche Kopfschmerzen. Dazu diese verlässliche Mittagsmüdigkeit: Der Tag ist noch lange nicht vorbei, aber der Kopf würde sich am liebsten schon abmelden.

Das kannte ich über Jahre. Eine 40-Stunden-Woche, Kinder, Hunde und Rufbereitschaft hinterlassen ihre Spuren. Bewegung kommt im Alltag zwar vor, aber viele Stunden am Schreibtisch bleiben viele Stunden am Schreibtisch. Und ein kleiner Bauch war inzwischen auch dabei.

Irgendwann wollte ich etwas verändern. Nicht den ganzen Alltag neu erfinden. Sondern eine Veränderung finden, die in meinen bestehenden Alltag passt.

Der höhenverstellbare Tisch stand schon da

Die erste Hälfte der Lösung hatte ich bereits: einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Die zweite kam darunter – ein Laufband.

Am Anfang war die Idee überschaubar: bei Meetings gehen. Wenn ich ohnehin zuhöre und mitdiskutiere, kann ich dabei auch in Bewegung sein. Ich musste dafür keinen zusätzlichen Termin im Kalender finden und nach Feierabend nicht noch einmal entscheiden, ob die Energie für Bewegung reicht.

Aus dem Versuch wurde nach und nach eine Gewohnheit. Inzwischen gehe ich nicht nur während Besprechungen. Auch beim Präsentieren und beim Programmieren läuft das Band immer wieder mit.

Der entscheidende Unterschied war für mich, Bewegung nicht länger als Gegenprogramm zur Arbeit zu behandeln. Sie wurde ein Teil davon.

Die größte Überraschung war nicht die Schrittzahl

Ich hatte mit mehr Bewegung gerechnet. Mit dem, was dann passierte, nicht unbedingt: Meine bisher regelmäßig auftretenden Kopfschmerzen sind seit dieser Umstellung verschwunden. Und mittags bin ich wach. Dieses vertraute Down, gegen das ich mich früher ankämpfen musste, erlebe ich so nicht mehr.

Das ist meine persönliche Beobachtung. Sie beweist nicht, dass ein Laufband Kopfschmerzen behandelt oder bei anderen Menschen dieselbe Wirkung hat. Für mich ist diese Veränderung trotzdem der wichtigste Teil der Geschichte.

Die zusätzliche Bewegung ist schön. Dass ich mich während meines Arbeitstags wacher fühle und mich besser konzentrieren kann, bedeutet mir noch mehr.

Sechs Stunden, die sich nicht wie sechs Stunden Sport anfühlen

Inzwischen komme ich an einem solchen Arbeitstag auf ungefähr sechs Stunden auf dem Laufband und rund 35.000 Schritte. Fast nebenbei – weil meine Aufmerksamkeit bei der Besprechung, der Präsentation oder dem Code liegt.

Wie sich meine täglichen Schritte über die Zeit entwickeln, zeige ich in Kraftwerk: meine Steps aus Apple Health. Dort lassen sich die Tageswerte, Wochensummen und monatlichen Tagesdurchschnitte ansehen. Die Übersicht zeigt meine gesamten aufgezeichneten Schritte – nicht nur die Schritte auf dem Laufband.

Das ist mein heutiger Umfang, keine Empfehlung für den Einstieg und kein Ziel, das jemand übernehmen müsste. Ich habe mit Meetings begonnen. Die Routine ist daraus gewachsen.

Den zusätzlichen Energieverbrauch schätze ich auf ungefähr 1.200 Kilokalorien pro Tag. Das ist eine persönliche Näherung, keine exakte Messung und keine pauschale Verbrauchsangabe für ein Laufband. Für meine Motivation zählt vor allem, dass aus vormals überwiegend sitzender Zeit regelmäßig bewegte Zeit geworden ist.

Gerade jenseits der 50 finde ich das nicht nebensächlich. Mein Alltag wird nicht automatisch weniger voll. Umso wertvoller ist eine Gewohnheit, für die ich ihn nicht erst leer räumen muss.

Die beste Veränderung passt in den Alltag

Was mich überzeugt hat, ist die Alltagstauglichkeit. Ich brauchte keinen perfekten Trainingsplan für jede Mittagspause. Ich brauchte eine Möglichkeit, mich zu bewegen, während mein normaler Tag weiterläuft.

Das Laufband ersetzt für mich auch nicht mein Hanteltraining. Bei Kraftwerk geht es um Kraft und dokumentierte Progression. Unter dem Schreibtisch geht es darum, dass Bewegung im Alltag überhaupt regelmäßig stattfindet. Beides hat seinen Platz.

Für mich war der Wechsel vom bloßen Sitzen zum Gehen ein echter Gewinn: für meine Wachheit, meine Konzentration und mein Gefühl, etwas für mich zu tun.

Und die Aussicht auf eine kleinere Taille nehme ich natürlich auch gern mit. Ein bisschen Eigeninteresse darf sein. 😉


Ein persönlicher Erfahrungsbericht, kein allgemeines Gesundheitsversprechen. Die genannten Zeiten, Schritte und Kalorien sind ungefähre persönliche Werte.

Dazu passend: Kraftwerk: meine Trainingsdaten·Wie aus einer Kladde meine eigene Trainings-App wurde

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